22. Begriffe um Spastik und Parese

22. Begriffe um Spastik und Parese

Beitragvon *Martina* » 21/4/2008, 08:24

BegriffserklÀrungen zur Spastik und Parese:

Spastik

Die Begriffe Spastik bzw. SpastizitĂ€t leiten sich vom griechischen Wort σπασΌός (spasmos, Ăąâ‚ŹĆŸKrampfñ€Ɠ; latinisiert Spasmus, dt. Mehrzahl Spasmen) ab und beschreiben eine in typischer Weise erhöhte Eigenspannung der Skelettmuskulatur, die immer auf eine SchĂ€digung des Gehirns oder RĂŒckenmarks zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Spastik

Monospastik = spastische LÀhmung einer ExtremitÀt

Paraspastik = spastische LĂ€hmung beider Beine

Hemispastik = spastische LÀhmung der ExtremitÀten einer KörperhÀlfte

Tetraspastik / spastische Tetraparese = alle vier ExtremitÀten sind spastisch gelÀhmt; daneben können auch Hals- und Rumpfmuskulatur betroffen sein.

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Spastik



Parese

Parese ist gleichbedeutend mit LĂ€hmung. Oft wird das Wort jedoch einschrĂ€nkend im Sinne von Ăąâ‚ŹĆŸinkomplette Kraftminderungñ€Ɠ verwendet. Eine vollstĂ€ndige LĂ€hmung bezeichnet man eher als Paralyse oder Plegie, eine GefĂŒhlslĂ€hmung, also eine Taubheit, als SensibilitĂ€tsstörung.

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Parese


Parese = Teil-LĂ€hmung

Plegie = komplette LĂ€hmung

Hemiparese = HalbseitenlÀhmung

Monoparese = LĂ€hmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes

Paraparese = LĂ€hmung beider Arme oder Beine.

Tetraparese = LĂ€hmung beider Arme und Beine

Hemiplegie = HalbseitenlÀhmung (Arm und Bein)

Monoplegie = LĂ€hmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes

Paraplegie = LĂ€hmung beider Arme oder Beine.

Tetraplegie = LĂ€hmung aller vier Gliedmaßen

Aus: http://www.neuro24.de/show_glossar.php?id=1292

hyperton = angespannter Muskeltonus
hypoton = schlaffer Muskeltonus

Was ist eine Cerebralparese oder Infantile Cerepralparese (ICP) ?


Die infantile Cerebralparese (cerebrale Bewegungsstörung, cerebrale KinderlĂ€hmung, Little'sche Krankheit, ICP) ist eine bleibende aber nicht unverĂ€nderliche Bewegungs- und Haltungsstörung infolge einer SchĂ€digung des frĂŒhkindlichen Gehirns in den frĂŒhen Entwicklungsphasen. Neben der Störung der Haltung und Bewegung kommt es hĂ€ufig auch zu weiteren Behinderungen wie Anfallsleiden (Epilepsie), mentaler Behinderung (geistiger Behinderung), Sprachstörungen, VerhaltensaufĂ€lligkeiten, Störungen der Sinnesorgane, bzw. der Weiterverarbeitung von Sinneswahrnehmungen (Schielen, Gleichgewichtsstörungen). Auftreten bzw. AusprĂ€gungsgrad dieser Zusatzbehinderungen sind abhĂ€ngig vom Ort und der Ausbreitung der GehirnschĂ€digung.
Bei der ICP ist durch den Verlust von Nervenzellen des Gehirns auch dessen Funktion gestört. Die Symptomatik ist vom Ort und von der AusprÀgung der SchÀdigung abhÀngig. Sie kann von einer leichten Ungeschicklichkeit bis zur schwersten spastischen Tetraparese reichen, welche alle Körperfunktionen beeintrÀchtigt.

Wie Ă€ußert sich die Infantile Cerebralparese?


Von wesentlicher Bedeutung fĂŒr die Behandlung ist die FrĂŒhdiagnose. Schwer geschĂ€digte Kinder können bereits zum Zeitpunkt der Geburt auffallen. Bei geringgradigen SchĂ€digungen werden die MĂŒtter hĂ€ufig durch Gedeih- und Funktionsstörungen oder Bewegungsarmut aufmerksam.
Kennzeichnend sind frĂŒhzeitige abnorme Haltungen und Bewegungen, die eine abnorme Steifheit des SĂ€uglings, Schlaffheit und mangelnde Kopfkontrolle, hĂ€ufige Überstreckung ("Kissenbohren"), Ablehnung der Bauchlage, steife Beugehaltung der Arme mit stĂ€ndig gefausteten HĂ€nden, oft eingeschlagenem Daumen, steife Streckung und Überkreuzungstendenz der Beine, seltene Strampelbewegung und erschwerte Abspreizung beim Windeln, Seitendifferenzen in Haltungen und Bewegungen sowie abnorme, ausfahrende, zappelige Bewegungen.
Weiterhin charakteristisch sind Hemmungen und Stockungen im Bewegungsablauf, die eine natĂŒrliche Leichtigkeit vermissen lassen. Es fehlt ein harmonischer, flĂŒssiger, eleganter Bewegungsablauf.
Die Meilensteine der motorischen Entwicklung wie Greifen, Sitzen, Stehen und freies Laufen werden verzögert durchlaufen oder gar nicht erreicht. Auch die Sprachentwicklung ist verzögert und es kommt zu Störungen des Antriebes der Nahrungsaufnahme und der LautĂ€ußerung, so fndet sich oft ein ruhiges, apathisches Verhalten oder eine starke Unruhe oder Schreckhaftigkeit, ein schrilles Schreien oder monotones Wimmern.

Zudem stellen sich Schwierigkeiten beim Trinken, bzw. bei der LöffelfĂŒtterung, mangelndes Interesse am Spielzeug bzw. der Umgebung sowie mangelnde Kontaktaufnahme ein.
Die Schwankungsbreite der kindlichen Entwicklung ist groß.

Geringe AusprÀgungen der ICP können daher oft erst nach dem 1.-2. Lebensjahr richtig erkannt werden



Weitere STEBKE Infos hier:
viewtopic.php?p=1852#p1852


Gruß,

Martina


Wenn was fehlt - bitte ergÀnzen - DANKE!!!
Jakob (*11/02), V.a. angeborene unbekannte Stoffwechselstörung, schwerst mehrfachbehindert, Z.n ALTE, ICP, blind, Microcephalus, Epilepsie, Sondenkind mit PEG, HĂŒftluxation bd., Kyphose. Bruder von Pauline (15 J.) und Sophie (13 J.).
Benutzeravatar
*Martina*
Moderator
Moderator
 
BeitrÀge: 2287
Registriert: 30/3/2007, 13:01

Re: 22. Begriffe um Spastik und Parese

Beitragvon KatrinHH » 6/8/2010, 17:04

Hallo Martina!

Ob es fehlt, kann ich schlecht beurteilen, aber bei mir wird die Tetraspastik auch noch mit Diplegie ergĂ€nzt, gemeint ist damit, dass zwar alle 4 Gliedmaßen betroffen sind, aber diagonal linker Fuß und rechte Hand stĂ€rker als die anderen beiden, was auch der Grund meiner LinkshĂ€ndigkeit ist.

Jacqueline hat aufgrund ihrer HSP eine dynamische Spastik. Die Spastik ist nur beim Gehen / Stehen vorhanden, im sitzen / liegen hat sie eine völlige Entspannung, bekommt die Beine dichter an den Körper als ich. Paradoxerweise braucht sie aber die Spastik, um ĂŒberhaupt laufen zu können, sie gibt ihr Halt.


Gruß, Katrin
Katrin (10/74), Tetraspastik / Diplegie und Epilepsie ohne Hilfsmittel; Jacqueline (9/02), HSP, eine seltene genetische fortschreitende Erkrankung, seit Sommer 2010 mit Rolli. Sie hat es vom Vater geerbt, lebt auch bei ihm.
KatrinHH
Stebke User
Stebke User
 
BeitrÀge: 186
Registriert: 28/3/2010, 14:45
Plz/Ort: Hamburg


ZurĂŒck zu FAQ Erste Hilfen fĂŒr Eltern mit behinderten Kindern

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast