2. steuerliche Verg√ľnstigungen

2. steuerliche Verg√ľnstigungen

Beitragvon *Martina* » 18/10/2009, 18:49

Steuerliche Verg√ľnstigungen

Steuer-Pauschalbeträge im Zusammenhang mit einer Behinderung.

Kosten, die Ihnen durch eine Behinderung entstehen, k√∂nnen Sie als au√üergew√∂hnliche Belastungen dem Finanzamt in Rechnung stellen. Sie haben die M√∂glichkeit, entweder einen Pauschbetrag oder die tats√§chlich durch die Behinderung entstandenen Kosten (abz√ľglich der zumutbaren Eigenbelastung) in den Zeilen 116-119 geltend zu machen.

Folgende ungek√ľrzte Pauschbetr√§ge stehen Ihnen zu:

Grad der Behinderung - Pauschbetrag:


25 und 30 % 310 EUR

35 und 40 % 430 EUR

45 und 50 % 570 EUR

55 und 60 % 720 EUR

65 und 70 % 890 EUR

75 und 80 % 1.060 EUR

85 und 90 % 1.230 EUR

95 und 100 % 1.420 EUR

Bei Hilflosen und Blinden 3.700 EUR



Zusätzlich zu den Pauschbeträgen kann man folgende Kosten absetzen:

o Fahrtkosten (auch Fahrten durch dritte Personen)
o bei einer Behinderung von 80 % oder 70 % mit Gehbehinderung (Merkzeichen "G") 3.000 km x 0,30 EUR = 900 EUR
o bei einer außergewöhnlichen Gehbehinderung (Merkzeichen "aG")
o bei Hilflosen (Merkzeichen "H")

Bei Blinden-Fahrten (Merkzeichen "B") durch Angeh√∂rige oder andere Personen erkennt das Finanzamt bis zu 15.000 km x 0,30 EUR = 4.500 EUR an, wenn die tats√§chliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wird (vgl. BFH-Beschluss vom 21.09.1999, BFH/NV 2000, S.452). Bei Schwerstbehinderung k√∂nnen Sie statt des Pauschbetrags von 0,30 EUR die tats√§chlichen Kfz-Kosten geltend machen (Urteil des FG M√ľnchen vom 26.11.1997, Az. 1 K 4037/96, EFG 1998, Seite 568).

Auch bei einer wesentlich geringeren km-Leistung als 15.000 km können Sie im Ausnahmefall statt der Pauschale von 0,30 EUR die tatsächlichen Kfz-Kosten geltend machen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhof vom 13.12.2001, Az. III R 40/99).

Auch bei einer tatsächlichen Kilometerleistung von weniger als 1.500 km ist im allgemeinen nur der Pauschbetrag von 0.30 EUR je Kilometer anzusetzen. (Bundesfinanzhof vom 13.12.2001, Bundesfinanzhof/NW 2002)

Die 15.000 km sind die Obergrenze. Ist nur durch den Einsatz eines Pkw eine berufsqualifizierte Ausbildung m√∂glich, k√∂nnen weitere 5.000 km f√ľr private Fahrten ber√ľcksichtigt werden, Bundesfinanzhof, Urteil vom 13.12.2001, Az. III R 6/99, BstBl. II 2002, 198.

Auch andere Fahrtkosten, z.B. Taxi, k√∂nnen Sie geltend machen, allerdings muss die Fahrleistung von 3.000/15.000 km entsprechend gek√ľrzt werden.

Die Eigenbeteiligung f√ľr √∂ffentliche Verkehrsmittel k√∂nnen Sie zus√§tzlich zu den Kfz-Fahrten ansetzen (Verf√ľgung der OFD Frankfurt vom 17.6.1996, Az. S2286 A 23 - St II 20)

* F√ľhrerscheinkosten bei einem schwer geh- und stehbehinderten Kind

* Haushaltshilfe 50 % Behinderung 924 EUR, darunter 624 EUR jährlich

* Heimunterbringung bei Unterbringung zur dauernden Pflege 924 EUR, ansonsten 624 EUR jährlich

* Krankheitskosten, die durch eine akute Erkrankung verursacht wurden (Operation, Eigenanteil Krankenhaus usw.)

* Kurkosten, sofern die Kurbed√ľrftigkeit nachgewiesen ist

* Pflegepauschbetrag bei Pflege einer hilflosen Person in Höhe von 924 EUR

* Schulgeld f√ľr ein behindertes Kind

* Umbaumaßnahmen an einem Gebäude, sofern es sich nicht um einen Neubau handelt (BFH vom 10.10.1996, Az. III R 209/94, und BFH vom 6.2.1997, Az. III R 72/96)

* Aufwendungen f√ľr Besuche und Betreuung von erwachsenen, behinderten Kindern in vollstation√§rer Heimunterbringung, wie Besuchsfahrten oder Unterbringungskosten der Eltern, Aufwendungen f√ľr besondere Pflegevorrichtungen oder Pflegedienste in der Wohnung der Eltern usw. (BMF-Schreiben vom 8.3.1999, BStBl. I 1999, Seite 432).

Praxistipp

Bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst√§tte k√∂nnen Sie bereits bei einer Behinderung von 50 % mit Merkzeichen "G" im Ausweis die tats√§chlichen Kfz-Kosten oder f√ľr jeden gefahrenen km 0,30 EUR als Werbungskosten (Anlage N) geltend machen.


Nachweis der Behinderung

Die Behinderung weisen Sie dem Finanzamt durch Vorlage einer der folgenden Unterlagen nach:

* den Behindertenausweis
* den Rentenbescheid oder
* Bescheinigung des Versorgungsamts


In der Regel fordert das Finanzamt nur beim ersten Mal den Nachweis. W√§hrend der G√ľltigkeit des Ausweises gen√ľgt ein Hinweis darauf, dass der Nachweis bereits im Vorjahr vorgelegen hat.



Den erhöhten Behinderten-Pauschbetrag von 3.700 EUR erhalten Sie nach 65 Abs. 2 EStDV,

* wenn im Behindertenausweis das Merkzeichen "Bl" (blind) oder "Hinweis" (hilflos) eingetragen ist oder
* bei einem Bescheid √ľber die Pflegebed√ľrftigkeit (Pflegestufe III)


Hinweis

Bei einer Behinderung zwischen 25 und 50 % ist zusätzliche Voraussetzung, dass

* wegen der Behinderung eine Rente oder andere laufende Bez√ľge zustehen, alternativ ein entsprechender Anspruch durch eine Kapitalauszahlung abgefunden wurde oder
* die Behinderung zu einer dauernden Einbu√üe der k√∂rperlichen Beweglichkeit gef√ľhrt hat oder
* die Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruht
*

Steuer-Tipp

Hat sich im Lauf des Jahres eine Veränderung bei dem Grad der Behinderung ergeben, so haben Sie Anspruch auf den jeweils höchsten Pauschbetrag.

Die Pauschbetr√§ge sind Jahresbetr√§ge. Eine monatliche K√ľrzung kommt nicht in Betracht.



Außergewöhnlichen Belastungen

Absetzen k√∂nnen Sie die tats√§chlich geleisteten Aufwendungen abz√ľglich erhaltener oder noch zu erwartender Erstattungen.


F√ľhrerscheinkosten

bei Geh- und Stehbehinderung: KFZ-Umr√ľstung


sofern der Pauschbetrag nicht in Anspruch genommen wird, in jedem Fall Fahrtkosten

Fahrtkosten


Zu √Ąrzten/Apotheken, Urteil des FG Niedersachsen vom 9.11.2000, Az. 10 K14/00

Urlaub K√∂rperbehinderter - Kosten f√ľr Begleitung steuerlich absetzen

K√∂rperbehinderte k√∂nnen die Kosten f√ľr eine Urlaubsbegleitung als au√üergew√∂hnliche Belastung von der Steuer absetzen. Dies stehe Personen, bei denen eine st√§ndige Begleitung notwendig ist, zus√§tzlich zum Pauschalbetrag f√ľr K√∂rperbehinderte zu, berichtet die Fachzeitschrift √Ę‚ā¨ŇĺNeue Wirtschaftsbriefe". Es gilt eine statistisch errechnete H√∂chstgrenze von 767 B√ľro (Aktenzeichen: HI R 58/98, Bundesfinanzhof M√ľnchen).

Bis zu 924 Euro f√ľr Haushaltshilfe

Schwer behinderte Steuerzahler k√∂nnen jedes Jahr bis zu 924 Euro f√ľr die Besch√§ftigung einer Haushaltshilfe als au√üergew√∂hnliche Belastung von der Steuer absetzen.
Diese Regelung gilt nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen: III R 36/95) auch f√ľr hauswirtschaftliche Arbeiten des Lebensgef√§hrten, der mit dem Behinderten in einer ehe√§hnlichen Gemeinschaft lebt, berichtet das Institut f√ľr Wirtschaftspublizistik, Dem Gericht zu Folge m√ľssen die Partner keinen Dienst- oder Arbeitsvertrag abschlie√üen. Bedingung ist jedoch, dass tats√§chlich Zahlungen f√ľr Hausarbeiten geleistet werden. Das Finanzministerium hat den Abzug jedoch auf F√§lle mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 beschr√§nkt.



Quelle: http://www.pamue.de/Nachteilsausgleiche.htm

Link zu einem Steuermerkblatt f√ľr Eltern mit behinderten Kindern.
http://www.bvkm.de/0-10/buecher,recht.html

Download Steuermerkblattes als PDF Datei
Jakob (*11/02), V.a. angeborene unbekannte Stoffwechselst√∂rung, schwerst mehrfachbehindert, Z.n ALTE, ICP, blind, Microcephalus, Epilepsie, Sondenkind mit PEG, H√ľftluxation bd., Kyphose. Bruder von Pauline (15 J.) und Sophie (13 J.).
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