Verhinderungspflege durch Geschwister, Omas, Opas...

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Verhinderungspflege durch Geschwister, Omas, Opas...

Beitragvon *Martina* » 2/1/2011, 20:17

Hi,

ich habe wieder mal gegoogelt.
Sophie passt immer mal zwischendurch auf Jakob auf und irgendwie finde ich, dass das mal schon o.k. ist, aber nicht die Norm sein sollte.


Nach

§ 39 SGB XI gilt:

Bei einer Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebed√ľrftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschw√§gert sind oder mit ihm in h√§uslicher Gemeinschaft leben, d√ľrfen die Aufwendungen der Pflegekasse regelm√§√üig den Betrag des Pflegegeldes nach ¬ß 37 Abs. 1 nicht √ľberschreiten, es sei denn, die Ersatzpflege wird erwerbsm√§√üig ausge√ľbt; in diesen F√§llen findet der Leistungsbetrag nach Satz 3 Anwendung. Bei Bezug der Leistung in H√∂he des Pflegegeldes f√ľr eine Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebed√ľrftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschw√§gert sind oder mit ihm in h√§uslicher Gemeinschaft leben, k√∂nnen von der Pflegekasse auf Nachweis notwendige Aufwendungen, die der Pflegeperson im Zusammenhang mit der Ersatzpflege entstanden sind, √ľbernommen werden. Die Aufwendungen der Pflegekasse nach den S√§tzen 4 und 5 d√ľrfen zusammen den in Satz 3 genannten Betrag nicht √ľbersteigen.

Ich verstehe das nun so, dass ich, wenn Sophie oder Pauline auf Jakob aufpassen, den Betrag von 685 Euro j√§hrlich zur Verf√ľgung habe (PS3) um ihnen die M√∂glichkeit zu geben, hier Geld zu verdienen (immer au√üerhalb von dem, was unter Geschwistern normal sein sollte - etwa, wenn der PD ausf√§llt und ich dringend einkaufen gehen muss...). Und dies nat√ľrlich unter Ber√ľcksichtigung des Jugendschutzgesetzes, sprich, dass minderj√§hrige Kinder zur Betreuung t√§glich nicht l√§nger als zwei Stunden arbeiten bzw. besch√§ftigen d√ľrfen.

M.W. ist dies Regelung f√ľr alle im Gesetz genannten Personengruppen nur generell einmal im Jahr g√ľltig. Also nicht - einmal Oma, einmal Geschwisterkind.
Wobei das √ľbrige Geld der Verhinderungspflege durchaus an eine weitere dritte Person ausgezahlt werden darf.

Hat jemand von euch Erfahrung damit?

Liebe Gr√ľ√üe,

Martina
Jakob (*11/02), V.a. angeborene unbekannte Stoffwechselst√∂rung, schwerst mehrfachbehindert, Z.n ALTE, ICP, blind, Microcephalus, Epilepsie, Sondenkind mit PEG, H√ľftluxation bd., Kyphose. Bruder von Pauline (15 J.) und Sophie (13 J.).
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Re: Verhinderungspflege durch Geschwister, Omas, Opas...

Beitragvon Ursula » 2/1/2011, 22:25

Hallo Martina,

d√ľrfen das denn Geschwisterkinder mit 14 Jahren schon machen?
Das w√§re auch f√ľr mich interessant. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, passen unsere
gesunden Kinder doch immer mal wieder auf ihre behinderten Geschwister auf, mal nur f√ľr 10 Minuten,
mal aber auch f√ľr eine halbe Stunde.

Ich habe die Verhinderungspflege nun schon seit √ľber zwei Jahren nicht mehr genutzt, ebenfalls die
zusätzlichen Betreuungsleistungen. Das lag bzw. liegt zum Einen daran, dass wir außerhalb wohnen
und es sehr schwierig war, da jemanden zu bekommen (Lebenshilfe meinte nur, dass wir ung√ľnstig
wohnen w√ľrden) und zum Anderen, dass die Abrechnung mit unserer PKV und der Beihilfe derma√üen
kompliziert und umständlich ist, dass ich den ganzen Aufwand scheue.

Ab Sommer brauche ich dringend wieder jemanden, denn dann gehe ich wieder arbeiten und werde
hin und wieder Hilfe nötig haben. Mal sehen, ob ich dort, wo wir dann wohnen werden, jemand
Zuverlässiges finden werde.

Bislang hat mich auch sehr geärgert, dass die Studentin, die ich eine zeitlang hatte, von der Lebenshilfe
7,20 Euro bekam, ich aber pro Stunde 19,50 Euro zahlen musste.
Wenn ich jemanden privat finden w√ľrde, wie w√§re denn da die rechtliche Absicherung? Ginge das
evtl.auch als Minijob?

VG Ursula
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Re: Verhinderungspflege durch Geschwister, Omas, Opas...

Beitragvon *Martina* » 3/1/2011, 13:49

Guten Morgen Ursula!

Wenn ich das Jugendschutzgesetz richtig interpretiere, m√ľssten auch Jugendliche √ľber 13 Jahren Verhinderungspflege ausf√ľhren k√∂nnen, solange es sich dabei um leichte Besch√§ftigung handelt:

http://www.gesetze-im-internet.de/jarbschg/__5.html

Aus den gleichen Gr√ľnden, die du nennst, habe ich eben versucht eine angemessene L√∂sung zu finden.

Die Verhinderungspflege kannst du privat abrechnen. Da suchst du dir jemanden und reichst deine Rechnungen formlos bei deiner Versicherung und der Beihilfe ein.
Du kannst die entsprechende Person aber auch √ľber die Mini-Job-Zentrale auf 400 Euro-Basis einstellen - bei mir hatte jemand darum gebeten, dass Rentenbetr√§ge weiter gezahlt wurden. Die Anmeldung ist ganz unkompliziert.

Und ja, auch mir wurde immer gesagt, dass wir au√üerhalb des normalen Einzugsgebietes liegen. Wenn du aber z.B. zufrieden bist mit deiner Verhinderungspflege, dass k√∂nntest du sie √ľber Lebenshilfe und Co anmelden und k√∂nntest so deine Betreuungsleistungen einsetzen.

Liebe Gr√ľ√üe,

Martina


EDIT: Meine PK kennt den Paragraphen des SGB nicht - dann werde ich ihn wohl bei der Abrechnung gleich mal mitsenden.
Im √ľbrigen hat mir eine sehr kompetente Liebe gesagt, dass ihre PK das durchaus anerkennt - diese aber den Betrag von 685 durch 30 Tage geteilt hat und daher nur einen einen t√§glichen Betrag von 22,8 Euro gezahlt hat. Ob das gesetzlich begr√ľndet ist, wei√ü sie noch nicht. Galt in diesem Fall f√ľr die Oma des Kindes.
Jakob (*11/02), V.a. angeborene unbekannte Stoffwechselst√∂rung, schwerst mehrfachbehindert, Z.n ALTE, ICP, blind, Microcephalus, Epilepsie, Sondenkind mit PEG, H√ľftluxation bd., Kyphose. Bruder von Pauline (15 J.) und Sophie (13 J.).
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Re: Verhinderungspflege durch Geschwister, Omas, Opas...

Beitragvon Marianne » 4/1/2011, 21:27

Hallo zusammen!

Was die Frage von Ursula betrifft!

wir haben seit Anfang Januar 2010 f√ľr Florian eine KG-Sch√ľlerin, die 1 x in der Woche, meist am Wochenende zu ihm in die Behinderteneinrichtung kommt und seine Arme und H√§nde durchbewegt. Das kann man als Mini-Job haushaltsnahe Dienstleistungen √ľber die Knappschaft Bahn-See versichern.
Sowas m√ľ√üte auch f√ľr stundenweise Betreuung abzurechnen sein.
Gefunden habe ich die junge Dame, die ihren Job √ľbrigens sehr gut macht, √ľber die KG-Schule in einem der Nachbarlandkreise der Einrichtung.
Auch Heilerziehungspflegesch√ľlerinnen k√∂nnten f√ľr diese Aufgaben in Frage kommen.

VG

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Re: Verhinderungspflege durch Geschwister, Omas, Opas...

Beitragvon Ursula » 26/2/2012, 16:49

*Martina* hat geschrieben:
Wenn ich das Jugendschutzgesetz richtig interpretiere, m√ľssten auch Jugendliche √ľber 13 Jahren Verhinderungspflege ausf√ľhren k√∂nnen, solange es sich dabei um leichte Besch√§ftigung handelt:

http://www.gesetze-im-internet.de/jarbschg/__5.html

Aus den gleichen Gr√ľnden, die du nennst, habe ich eben versucht eine angemessene L√∂sung zu finden.



Liebe Martina,

hast du eine angemessene Lösung gefunden?
Und wenn, kann ich das nachtr√§glich noch beantragen? Wie? Formloses Schreiben, auflisten wann und wie lang meine Jungs auf ihre Schwester aufgepasst haben? Oder muss das dann ein ganzer Tag sein? Dann h√§tte ich aber die Unterbrechung der Pflege angeben m√ľssen, w√§ren ja mehr als 8 Stunden am Tag.
Ich und Paragrafen sind einfach nicht kompatibel.... :oops:

LG Ursula
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