Antibiotikaprophylaxe - Medikamente?

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Antibiotikaprophylaxe - Medikamente?

Beitragvon nilsmama » 13/10/2008, 19:00

Hallöchen....

Wusste jetzt wirklich nicht wo ich diese Frage rein schreiben soll, mir fehlt einfach ne Rubrik "Krankheitsbilder allgemein" oder "Arztbesuche/ medizinische Fragen"....

Auf Grund Nils massiven Problemen mit schweren Atemwegsinfekten bekommt er nun wieder eine Antibiotikaprophylaxe. Wieder mit Trimethoprim, abends in prophylaktischer Dosis. Es ist ein Versuch zumindest den ein oder anderen schlimmen Infekt abzuwehren. Wir wissen natĂĽrlich noch nicht ob er anspricht, aber zu verlieren haben wir nichts...

Momentan untersuchen wir auf einige immunologische Defekte (Komplementdefekt, Störung der Granulozytose) und auf primäre ziliare Dyskinesie bzw Kartagener Syndrom. Auch die Option Fanconi-Anämie steht noch im Raum.

All das wird zwar nichts an der Therapie ändern, aber das Ganze würde endlich einen Namen und eine Perspektive haben.

Hatten eure Kinder oder ihr selbst Antibiotika bei schweren Infekten in prophylaktischer Dosis? Wenn ja, welches Medikament, welcher Wirkstoff?

Viele liebe GrĂĽĂźe
Alex
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Beitragvon Diana » 13/10/2008, 19:38

Hallo Alex,

Kai hat in seiner heftigsten Phase 2002, 2003 auch Antibiotikaprophylaxe, selber Wirkstoff, er bekam damals Cotrim. Am Anfang sah es so als, es würde es ihm darunter besser gehen, aber im Laufe des Winters bekam er auch unter der Antibiotikaprophylaxe einen Atemwegsinfekt nach dem anderen und er hat damals echt gkämpft. Ob er diese Phase, wo er lange Zeit dem Sterben näher als dem Leben war, ohne diese Prophylaxe nicht überlebt hätte, oder aber ob die Infekte aufgrund der langen Antibiotikagabe immer heftiger wurden, darüber gibt es immer wieder heftige Diskussionen unter den behandelnden Ärzten.
Rückblickend kann ich nur sagen, dass die Infekte während dieser Phase immer sehr sehr extrem und heftig waren und er sich innerhalb von 20 Minuten von der Diagnose leichter Infekt seinen Zustand auf ein Niveau verschlechterte, dass intensivmedizinische Bahndlung erforderlich war, wir die Infekte aber auch deutlich schneller wieder in den Griff bekamen. Häufig war er schon nach 2-3 Tagen wieder richtig fit. FAkt ist aber auch, dass er sich in dieser Phase mit Pseudomonas und einem weiteren multiresistenten Keim weitere Probleme eingehandelt hat, die ihn bei jedem Infekt in lebensbedrohliche Situationen bringen können und alle üblichen Behandlungsmethoden gegen diese Keime haben bei ihm nicht angeschlagen.
Von daher bin ich mittlerweile immerziemlich skeptisch und hin und her gerissen, wenn es um Antibiotikaprophylaxe geht.

Liebe GrĂĽĂźe, Diana
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Beitragvon nilsmama » 13/10/2008, 19:45

Huhuu Diana!

Ja, das ist eine schwere Entscheidung.

Man geht ja heute davon aus dass die Sulfonamide, die im Cotrim noch dabei sind keine Verbesserng der Wirksamkeit bringen. Deshalb ist beispielsweise das Bactrim einstweilen vom MArkt.

Nild hat schon eineinhalb Jahre Antibiotikaprophylaxe hinter sich, und wie du es auch berichtest, in dieser Zeit deutlich weniger Infekte. Dann wurde die Prophylaxe auf mein Drängen hin abgesetzt. Sie wurde damals wegen der massiven Nierenprobleme gegeben und hat auch defintiv was gebracht. Das lässt sich nihct von der Hand weisen. Nils hatte massive Probleme mit dem Magen und auch seine Allergien wurden deutlich schlimmer. Allerdings hat sich das nicht gebessert, im Gegenteil weil wir ja immer häufiger aggressivere Antibiotika brauchen und auch in wesentlich höherer Dosierung. Resistenzbildungen haben wir auch schon, und das macht mir auch große Sorgen.... Wir befinden uns zur Zeit in einem Teufelskreis, und ich weiß echt nicht, wie wir da raus kommen sollen....

Danke fĂĽr deine liebe und hilfreiche Antwort
Ganz liebe GrĂĽĂźe
Alex
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